Tuesday 24. November 2020

Reisebericht aus Budapest

(2. Oktober bis 19. Oktober 2014)

 

Bild: Ferenc Faludi Akademie: Übersetzung vom Englischen ins Deutsche. Eine Kärnten - Oberösterreich- Arbeitsgemeinschaft, welche sichtlich Spaß daran hatte.

 

Die nächste Station unserer Projektteilnahme war Budapest. Wir waren in einem Hotel im sogenannten Studentenviertel untergebracht. Die mit 1,7 Mio. Einwohnern pulsierende Metropole verdankt ihr eklektizistisches Gesicht einem unvergleichlichen Bauboom des 19. und 20. Jahrhunderts. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen nah beieinander auf dem Burgberg und in der Pester Innenstadt. Vieles wurde uns gezeigt – Felsenkirche, Stephan- Basilika, Museen, Fischerbastei, Gellertberg, Matthiaskirche auf dem Burgberg…..Natürlich durften Kaffeehausbesuche im Gerbeaud, in der Konditorei Ruszwurm und im Cafe New York nicht fehlen. Sogar ein paar Badestunden im Thermalbad Szechenyi sind sich ausgegangen.

Gleich zu Beginn bekamen wir einen Einblick in das „Haus des Dialoges“.

Dieses Haus und andere Häuser und Wohnungen werden der Gesellschaft vom Jesuitenorden für soziale Projekte zur Verfügung gestellt.

Diese Faludi Ferenc Akademie ist die Zentrale des Jesuitenordens mit ca. 10 Beschäftigten, die für Organisation, Administration, Redaktion und für das kirchliche Kulturzentrum zuständig sind. Hier hatten wir die Aufgabe, einen englischen Text ins Deutsche zu übersetzen. Dieser Text beinhaltete eine Ausschreibung zum XVIII. Internationalen Jugendfilmfestival in Verbindung mit einem Fotowettbewerb.

Sehr interessant und beeindruckend war neben vielen anderen Projekten der Besuch des Jesuitengymnasiums in Miskolc. Wir wurden hier herzlich aufgenommen und gewannen einen guten Einblick in die Organisation und die Schwerpunkte der Schule. Diese Schule dient als Musterbeispiel für andere Schulen Ungarns, großer Wert wird auf die Entwicklung der Persönlichkeit gelegt, wobei drei Bedingungen erfüllt werden müssen: Regelmäßigkeit, Langfristigkeit und konkrete Aufgaben. Jeder Schüler in diesem Gymnasium muss mind. 50 Stunden soziale Arbeit leisten, um zur Matura zugelassen zu werden. Ziel dieses Pilotprojektes ist es, die Regierung davon zu überzeugen und sie zu veranlassen, dies in allen Gymnasien Ungarns einzuführen. Wir durften am Unterricht in den Deutsch-Klassen teilnehmen und auch selbst eine Deutsch-Stunde zum Thema Österreich gestalten.

Wieder zurück in Budapest stand wieder eine „Mitten im Leben“ Stunde in einem Altenheim für Nonnen auf dem Programm. Auch diesmal wussten wir nicht, was uns erwartet. Wir waren überrascht von der Aufgeschlossenheit der Nonnen und konnten unser Programm gut durchführen. Wir haben gespürt, wie stark das Bedürfnis war, aus ihrem langen, ereignisreichen Leben zu erzählen.

 

Wir haben unser Programm natürlich diesem Bedürfnis angepasst. Die Zeit war leider viel zu kurz und der Abschied fiel uns allen sehr schwer.

 

Waltraud Schurian

Reisebericht aus Budapest

(25. Mai – 1.Juni 2014)

 

 

Die letzte Station meiner Projektteilnahme war Budapest. Eine wunderschöne Stadt, deren Bauwerke an vergangene Jahrhunderte erinnert. Faszinierend auch deshalb, denn sie wird renoviert und erstrahlt so im alten Glanz. Daher sind nicht nur die Anblicke der Burg, Krönungskirche, Stephan Basilika, Margaretheninsel, Brücken, Museums usw. atemberaubend. Nein, die ganze Stadt wirkt verzaubernd und einen Besuch wert.

Faludi Ferenc Akademie, ein Gebäude der Jesuiten war meine Unterkunft. Der Orden stellt der Gesellschaft mehrere Häuser/Wohnungen für soziale Projekte zur Verfügung, bietet soziale Netzwerke an, ist Herausgeber einer Zeitschrift und organisiert das jährliche Filmfestival. Ein Jesuit namens Joszef Hofher beschäftigt sich speziell mit der Situation der Roma. In Budapest gibt es ein Studentenwohnheim (EU-Projekt), wo nach Auswahlverfahren Roma speziell mit  Nichtroma während ihres Studiums zusammenleben und auch Freizeit miteinander verbringen. Daraus entstand Freiwilligenarbeit. RomastudentInnen bieten kostenlos Tanzunterricht an und besuchen „Roma Familien“, um mit ihnen zu lernen.

„Home state“, eine weitere Freiwilligenarbeit, ermöglicht auf Anfrage zwei Mal wöchentlich individuelle Hilfe (Gespräche, Haushalt, Kinderbetreuung…)  um als Prävention vor Überforderung in Jungfamilien zu unterstützen. Auch erweitert sie ihr soziales Netzwerk. Zum Beispiel wird hier eine junge Mutter 14 Tage mit fertigen Essen versorgt. Auch bietet „Home state“ kostenlose Nachmittagsbetreuung für gesellschaftliche Randgruppen an.

Freiwilligenarbeit wird in der Hospizbegleitung gewünscht und ist dort auch aktiv.

Der Einsatz von Freiwilligenarbeit in Gefängnissen wird angedacht.

Der Staat ermöglicht es, dass Frauen mit mindestens drei Kindern wählen können, ob sie zuhause bleiben oder beruflich aktiv sein möchten. Wenn sie zuhause bleiben – bis zum 8 Lebensjahr des  jüngsten Kindes - erhalten sie monatlich nicht nur einen finanziellen Beitrag, sondern es wird diese Zeit auch für Pension angerechnet. Wenn SchülerInnen während der Schulpflicht ihre Anwesenheit erfüllen, dürfen sie mit erhöhter finanzieller Unterstützung rechnen.     

Nicht nur die Stadt Budapest, sondern auch die vielen jungen, aktiven, hilfsbereiten engagierten, zukunftsorientierten, humorvollen und lustigen Menschen, die mich während meiner Zeit begleiteten, bleiben mir in Erinnerung.

 

Mag. Martina Bergner

Seite merken Seite weiterempfehlen
Darstellung:
https://www.svp50plus-project.eu/