Tuesday 24. November 2020

Senior Volunteering 50+

Ein Kooperationsprojekt zwischen Österreich und Ungarn

 

Ältere Menschen wollen ihren Anteil am Leben behalten und erfahren, dass der (Lern-)ertrag ihres Lebens etwas wert ist und weiterhin als Lernfähige und Interessierte akzeptiert werden.

 

 

Darum ist die Arbeit der Katholischen Bildungseinrichtungen, sowohl in Österreich als auch in Ungarn in diesem Bereich so wichtig. Lebensqualität im Alter(n) heißt lernen, Bildungsteilnahme ist eine Chance für ältere Menschen sich lebendig zu fühlen, Talente wieder zu entdecken, das gelebte Leben anzunehmen, sich neu zu orientieren und sich einzubringen. Die Idee des Lebenslangen Lernens verspricht bis ins hohe Lebensalter Entwicklungschancen und Bereicherung bis hin zum Nachdenken/Reflexion über das (eigene) Alter(n).

 

Die gesellschaftliche Entwicklung fordert uns auf, ein neues Bewusstsein in Bezug auf das Alter zu schaffen. Neue Gedanken und Worte erschaffen auch neues Handeln und tragen somit zu einer positiven Veränderung bei.

Mit unserem Projekt “Mit Lebensfreude älter werden – Freiwilligenarbeit und Intergenerationelles Lernen in Österreich und Ungarn” wollen wir aufzeigen, dass ehrenamtliches Engagement von älteren Personen eine wertvolle Ressource für die Gesellschaft ist, die es zu nutzen gilt, weil die jüngeren Generationen viel davon profitieren können. Bildung und soziales Engagement haben vielfältige positive Auswirkungen auf die Gesundheit und Lebenszufriedenheit von älteren Menschen, deshalb entscheiden sich viele dafür, sich ehrenamtlich zu engagieren. Alter ist keine Erscheinungsform, sondern ein Entwicklungsprozess, der einen Schatz aus Wissen, Erfahrungen und Erinnerungen in sich birgt. Um den Herausforderungen der Zukunft mit sozialer Kompetenz begegnen zu können, muss dieser Schatz gehoben und der Gemeinschaft zur Verfügung gestellt werden. Zudem sollen die verschiedenen Generationen miteinander über ihre jeweiligen Lebenswelten und die Konfliktpotenziale im Zusammenleben diskutieren.

 

Sowohl das Forum Katholischer Erwachsenenbildung in Österreich als auch der Katholische Jugend- und Erwachsenenbildungsverein in Ungarn legen Wert darauf, den interkulturellen und intergenerationellen Dialog durch den Einsatz von innovativen Kommunikationsformen zu fördern und den Transfer von Know-how und Austausch von “Best-Practice”-Methoden in beiden Einrichtungen zu ermöglichen. Jugendliche vermitteln SeniorInnen in eigenen Projekten den Umgang mit den neuen Medien. Aufgrund des demografischen Wandels in unserer Gesellschaft wird die Zahl der Über-65-Jährigen in den kommenden Jahren und Jahrzehnten erheblich ansteigen. Aktuell ist vermehrt die Rede von der Unfinanzierbarkeit des Gesundheits- und Pensionssystems. Diese Prognose könnte künftig auf das Miteinander der Generationen, das derzeit noch von den meisten Menschen als positiv bewertet wird, negativen Einfluss haben bzw das Gewaltpotenzial steigern. In den Medien liest und hört man bereits von einem drohenden Krieg der Generationen. Dem entgegenzuwirken ist unsere aktuelle Aufgabe.

 

Die zunehmende Lebenserwartung hat Konsequenzen für die Gesellschaft, Wirtschaft, Familien und die Beziehungen zwischen den Generationen. Es ist erwiesen, dass Bildung für ältere Menschen das physische und psychische Wohlbefinden steigert. Weiterbildung und Freiwilligenaktivitäten tragen überdies dazu bei, Menschen in der nachberuflichen Lebensphase stärker im gesellschaftlichen Leben zu verankern. Die späten Lebensjahre sollten nicht einseitig als Zeit des Abbaus gesehen werden. Entwicklung ist ein lebenslanger Prozess, auch wenn mit zunehmendem Alter manche Fähigkeiten nachlassen. Doch die – nicht zu bestreitenden – Beschwerden und Beeinträchtigungen des Alters sind nur die eine Seite der Medaille. Wenn wir den Blickwinkel ändern, können wir auch die andere Seite entdecken und die späten Jahre als Chance begreifen. Dieser Lebensabschnitt bringt nicht nur Verlust mit sich, sondern auch Befreiung von manchen Anforderungen, und beinhaltet oft überraschende Entwicklungsmöglichkeiten.

 

Gute Voraussetzungen, um das Älterwerden aktiv zu gestalten, können durch sportliches oder kulturelles Engagement geschaffen werden, beispielsweise durch Reisen neue Eindrücke und Erfahrungen zu sammeln oder auch durch Unterstützung anderer bei der Bewältigung der täglichen Bedürfnisse. Das Angebot, Freiwilligentätigkeiten innerhalb von Organisationen oder Vereinen zu tun ist groß, aber auch individuelles freiwilliges Engagement trägt dazu bei, ebenso im Alter ein erfülltes Leben zu Genießen und in der Gesellschaft integriert zu bleiben.

 

Beide Einrichtungen, sowohl in Österreich als auch in Ungarn, sind im kirchlich-katholischen Bereich tätig, mit einem starken Fokus auf SeniorInnenbildung. Vordringlich ist Bewusstseinsbildung, eine qualifizierte und ernsthafte Auseinandersetzung mit den Werten des Lebens jenseits beruflicher Qualifikationen. Eine wesentliche Rolle spielt der Aspekt des generationenübergreifenden Miteinanders. Wir möchten mit unserem Projekt “Mit Lebensfreude älter werden – Freiwilligenarbeit und Intergenerationelles Lernen in Österreich und Ungarn ” ältere Menschen mit ihrer Lebensgeschichte wahrnehmen und sie durch verschiedene Bildungsangebote und durch Freiwilligenaktivitäten in ihrer geistigen, körperlichen, emotionalen und spirituellen Dimension unterstützen und fördern.

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Darstellung:
https://www.svp50plus-project.eu/